Der Hauptinhalt unseres Projektes waren die ökologischen Delegationen. In insgesamt drei Ländern, in Frankreich, Spanien und Italien organisierten wir vier Delegationen – alle mit dem gemeinsamen Ziel ökologische und nachhaltige Praxis näher kennenzulernen und für die eigene Zukunft Erfarung zu gewinnen.
Die Klimakrise ist uns allen ein Begriff. Doch können wir alleine von der Politik fordern Lösungen zu entwickeln? Wir haben verschiedene Ebenen auf denen wir schon jetzt, Tag für Tag zu einer Veränderung beisteuern können.
Hier sind 6 praktische Tipps für den Alltag:
- Respekt vor der Umwelt – Nicht mehr nehmen, als du brauchst. Nehmt bei Wanderungen, Exkursionen und Spaziergängen nur das aus der Umwelt, was ihr sicher bestimmt habt und informiert euch, wie eurer Eingriff die Umwelt beinflusst. Wenn ihr aus esthetischen Gründen der Umwelt Pflanzen oder Blumen entnehmt, tut das in Maßen und so, dass der Bestand nicht gefährdet wird.
- Versuche Abfall zu vermeiden – Tauschbörsen, Reparaturcafés, Second Hand Läden bieten bereits gebrauchte Ware an und helfen „kaputtes“ zu reparieren.
- Plastikfrei leben – WWF berichtet, dass die Masse alles hergestellten Plastiks das doppelte aller Lebewesen auf diesem Planteten beträgt. Um die Plastikflut zu stoppen, müssen wir, jede und jeder, bei uns selbst beginnen. Unverpackt-Läden bieten Alternativen zu in Plastik verpackten Produkten und durch auffüllbare Flaschen könnt ihr so gut es geht Plastikflschen vermeiden.
- Regionale Produkte bevorzugen – Kurze Transportwege bieten einen geringeren CO2-Fußabdruck der Produkte. Außerdem unterstützt ihr durch den Kauf die lokale Landwirtschaft, auf der unserer Meinung nach ein größerer Fokus liegen sollte.
- Überwiegend pflanzliche Ernährung – Weniger tierische Produkte, mehr Hülsenfrüchte und Gemüse.
- Gemeinsam handeln – Setzt euch mit euren Freund*innen zusammen und versucht euer Umfeld von einem ökologischeren und nachhaltigeren Leben zu überzeugen.

Diese Prinzipien sind das Ergebnis der Auswertungen von unserem Abschlusstreffen Ende November 2025. Insgesamt haben wir 2025 5 ökologische Delegationen organisiert.
Die „Hortelanes“ (Gärtner*innen) in Palau, nahe Barcelona
Die „Hortelanes“ ist ein kleines Gartenprojekt in der Nähe von Barcelona. Seit einigen Jahren bauen einige Jugendlichen aus dem Dorf „Palau“ dort Kartoffeln, Bohnen, Zwiebeln und Calçots, eine lokale Zwiebelart an. Auch Erdbeeren wachsen seit 2025 in ihrem Garten.
Während unseres Aufenthalts im April in ihrem Projekt pflanzten wir Kartoffeln, jähteten Unkraut und beteiligten uns an weiteren Gartenarbeiten. Ihre Arbeit inspirierte uns, denn trotz ihres jungen Alters haben sie ganz allein ein eigenes Gartenprojekt auf die Beine gestellt!
Tierfreundlichkeit in Dreba (Saarle-Orle-Kreis)
Im Mai waren wir mit einer Gruppe Jugendlicher in Dreba, im Saarle-Orle-Kreis. Unserer Aufenthalt auf einem Bauernhof dort war von besonderer Art. Denn der Bauernhof schlachtet seine Tiere nicht und nimmt auch keine Milch von ihenen.
Die Ziegen und Schaafe auf dem Hof leben also ohne das sons gängige „Nutz-Verhältnis“ zwischen Mensch und Tier. Die Freundschaft mit den Tieren steht im Vordergrund. Unser Aufenthalt auf dem Hof war von einer sehr innigen Beiehung zu den Tieren geprägt, mit denen wir sonst in unserem Städteleben keine Berührungspunkte haben.
Auch an der landwirtschaftlichen Arbeit auf dem Hof beteilgten wir uns. Auch in Dreba gab es Erdbeeren zu ernten und Kartoffeln zu pflanzen.
Obstbäume in Frankreich pflanzen

Nach einer längeren Pause war unser nächster Aufenthalt in einem Gartenprojekt in der Nähe von Lyon. Das Gemüse in dem Projekt wurde vor allem in Hochbeeten angebaut. Wir ernteten Pastinaken und Grünkohl und sprachen über ökonomische Wege Hochbeete zu bauen. Die Jugendlichen aus dem Garten haben ihre Hochbeete aus Palette gebaut. Ihre Anleitungen konnten wir später mit einem befreundeten Gartenprojekt in Berlin teilen!
Olivenernte in Font Rubi (Spanien)

Über Vermittlung unser Freund*innen von den Hortelanes bekamen wir von einem Event mit, bei dem sich vor allem Jugendliche aus Spanien beteiligen. Die Olivenernte in Font Rubí im November ist eine jährlich stattfindende Veranstaltung, an der sic Jugendliche aus ganz Europa beteiligen. Auch eine Gruppe von Youth4Future konnte 2025 an der Ernte teilnehmen. Die Produktion der Felder auf denen wir für einige Tage bei der Ernte der Oliven unterstützten konzentriert sich auf ökologischen Anbau.
Mitarbeiter*innen von der Farm erklärten uns ausführlich wie sie Oliven anbauen und wie diese schließlich zu Öl verarbeitet werden. Nach der Ernte, mahlt eine lokale Kooperative die Öliven zu einer feinen Paste. Das berühmte „kaltgepresste Olivenöl“ entsteht dann durch das kalte Pressen dieser Paste durch einen Sieb. Die Kooperative die wir besuchen konnten gewann ihr Öl allerdings durch eine Zentrifuge. In einer luftdichten Zentrifuge wird die Olivenpaste geschleudert, das Öl trennt sich von dem Fruchtfleisch und fließt so aus der Zentrifuge in einen Behälter. Als Belohnung für unsere Arbeit bekamen wir von der Farm jeweils 5 Liter Olivenöl geschenkt!
Brot aus alten Getreidesorten in der Mulino dei Semi (Italien)
Unsere letzte Aktivität war im November in der Mulino dei Semi, in der Region von Piedmont. Die Mühle widmet sich dem Erhalt biologischer Vielfalt und bietet Seminare über alte Getreidesorten an. Wir hatten das Glück sie einige Tage besuchen zu können und von ihnen einiges über die alte Kunst des Brotbackens zu lernen. Auch wenn Mulino dei Semi selber kein Getreide anbaut, beziehen sie das meiste ihres Getreides aus der Region.
Wir lernten wie Mehl gemahlen, Brot gebacken, und mit regionalen Oliven am besten genossen wird.